11. Juli 2013

Pressemitteilung Schwälmer Bote vom 11.07.2013

Pressemitteilung Schwälmer Bote vom 11.07.2013:

Plomben am Himalaya: Zahnärztin de Taillez ist wieder im Hilfseinsatz

Praxismitarbeiterin Petra Keller und die Neukirchener Zahnärztin Dr. Birgit de Taillez sitzen auf gepackten Koffern. Am

Praxismitarbeiterin Petra Keller und die Neukirchener Zahnärztin Dr. Birgit de Taillez sitzen auf gepackten Koffern. Am kommenden Freitag geht es für die Organisation „Kinder im Himalaya e.V.“ zum Hilfseinsatz in die nordindische Provinz Ladakh. Foto: Alexander Göbert

Neukirchen.
Die Erinnerungen an ihre Reise in die Mongolei im vergangenen Jahr sind noch frisch und schon sitzt die Neukirchener Zahnärztin Dr. Birgit de Taillez wieder auf gepackten Koffern. Am kommenden Freitag, 12. Juli, um 22.25 Uhr, geht ihr Flieger von Frankfurt am Main in Richtung Nordindien. Gemeinsam mit ihrer Praxismitarbeiterin Petra Keller wird sie dort in der Region Ladakh tätig sein � die Reise bezahlt sie wieder aus eigener Tasche. War es in den vergangenen Jahren die Hilfsorganisation �Zahnärzte ohne Grenzen�, ist sie diesmal für den ehrenamtlichen Verein �Kinder des Himalaya� im Einsatz.

Langer Flug ins Unbekannte
Die Flugtickets sind gebucht und das umfangreiche Behandlungsmaterial � zu einem Teil gesponsert von Firmen und befreundeten Unternehmen � steht bereit. Auch der Trinkwasseraufbereiter, den sich de Taillez von den Spenden vieler Neukirchener gekauft hat, gehört ins Gepäck. Insgesamt 36 Stunden � inklusive eines 13-stündigen Zwischenstopps in Moskau � sind die beiden unterwegs, bevor sie ihr erstes Ziel in 4.000 Metern Höhe über Normalnull erreicht haben. Dann heißt es erstmal für zwei Tage Eingewöhnung. �Die große Höhe und der niedrige Sauerstoffgehalt schlägt auf den Organismus � das ist nicht zu unterschätzen�, sagt die Zahnärztin. Vor Ort bekommen die beiden dann ihren genauen Einsatzort mitgeteilt. Kleintibet. Westtibet. Indisch-Tibet. Alles Zweitnamen für Ladakh, das Land der hohen Pässe zwischen Himalaya und Karakorum.

Ein wahrer Fulltime-Job
So viel Ladakh auch mit Tibet gemeinsam hat, so ist es doch eine eigenständige Region, die viel zu bieten hat: Eine Landschaft, die geradezu prädestiniert ist fürs Wandern und Trekking, Klöster, die ein Eintauchen in den Buddhismus erlauben, Gipfel, die zum Bergsteigen einladen. �Zeit um all das kennen zu lernen werden wir aber kaum haben � so ein Abenteuer ist ein wahrer Fulltime-Job�, spricht de Taillez aus Erfahrung. Eine zahnärztliche Versorgung sei dort nämlich quasi nicht vorhanden.
Die Zahngesundheit der Kinder hat sich in den vergangenen Jahren rapide verschlechtert. Mitverantwortlich dafür sind der zunehmende Tourismus und die damit zusammenhängende Übernahme westlicher Lebensgewohnheiten mit verändertem Ernährungsverhalten. �Limonaden und Süßigkeiten, bei gleichzeitig bislang unbekannter Mund- und Zahnhygiene, sind eine gefährliche Mischung�, weiß de Taillez. Außerdem fehle in den Dörfern und abgelegenen Regionen eine zahnärztliche Versorgung fast gänzlich. Die Strapazen nimmt sie aber wieder gerne auf sich. De Taillez: �Der unverfälschte Kontakt zu den Menschen, das Lächeln nach erfolgreicher Behandlung � all dies entlohnt.� Und auch sie selbst profitiert von der Reise. �Das ist eine geniale Möglichkeit der praxisorientierten Weiterbildung unter Extrembedingungen.� Auch diesmal wird de Taillez, in unregelmäßigem Abstand, in den kommenden zwei Wochen, unsere Leser auf dem Laufenden halten. (Quelle: Schwälmer Bote vom 11.07.2013)

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