Pressemitteilung Schwälmer Bote vom 31.07.2013:
Vom friedlichsten Ort auf der Welt:
Zahnärztin de Taillez nimmt Abschied von Ladakh

Richtiges Zähneputzen will gelernt sein. Deshalb gehört auch die Prophylaxe zum Aufgabenbereich de Taillez‘ (Foto: Kinder des Himalaya)
Schwalm Eder. Jeder hat eine Ahnung davon, was das Land seiner Sehnsucht ist. Für die Neukirchener Zahnärztin Dr. Birgit de Taillez liegt es im Himalaya: Ladakh, ein magisches, zutiefst buddhistisches altes Königreich. 120 Kinder hat sie und ihre Praxismitarbeiterin Petra Keller in den vergangenen zwei Wochen in einer Modellschule der ehrenamtlichen deutschen Hilfsorgansiation �Kinder des Himalaya� behandelt. In wenigen Tagen heißt es Abschied nehmen. De Taillez blickt zurück auf eine Zeit, die sie ihr gesamtes Leben nicht vergessen wird: �Die Herzlichkeit der Menschen, die ursprüngliche Landschaft, all diese Eindrücke vom augenscheinlich friedlichsten Ort der Welt nehmen wir mit zurück in unsere Heimat.�
Wie ein Jubel zur Begrüßung
Ladakh heißt �Land der hohen Pässe�. Es liegt am nordwestlichen Rand des Himalaya, 4.000 Meter hoch. Die Region ist nahezu unbewohnbar, nicht mal ein Prozent der Fläche ist besiedelt. Die Sommer sind kurz, die Ladakhis ernten dann, was für den Winter reichen muss, Gemüse, Gerste und Weizen, die sie rösten und stampfen und in ihre Eintöpfe rühren. Im Winter, wenn alle Wege verschneit sind und die Menschen in den Dörfern ihre Häuser nicht verlassen können, fällt das Land in die weltvergessene Ruhe zurück, in der es jahrhundertelang lag, als es noch ein buddhistisches Königreich war. De Taillez: �Zur Begrüßung heben die Menschen hier die rechte Hand an die Stirn, die Handkante nach außen, und rufen �Julee!�, das ist der Gruß im Ladakh, er klingt wie ein Jubel.� Am heutigen Sonntag haben die beiden noch einmal Gelegenheit, die Schönheit der Region zu erkunden. �Wir sind eingeladen, an einer Tour zu einem viereinhalbtausend Meter hoch gelegenen Bergsee teilzunehmen.� Danach geht es in die Hauptstadt Leh, für Dienstag ist ihr Flug zurück in die Heimat gebucht. Viele Milchzähne hat sie in den vergangenen zwei Wochen gezogen und Karies bekämpft. �Die Kinder haben nie eine Zahnbürste zu Gesicht bekommen, geschweige denn im Mund gehabt. Die Zahnhygiene ist katastrophal�, berichtet de Taillez. Das soll sich in Zukunft ändern. Deshalb gab es zum Abschied für jeden kleinen Patienten eine Wasserflasche und eine Zahnbürste. Die soll in Zukunft täglich in der Schule zum Einsatz kommen.
Auch in diesem Jahr wird nach de Taillez und Kellers Rückkehr ein Infoabend mit Diashow stattfinden. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben. (Quelle: Schwälmer Bote vom 31.07.2013)