5. August 2012

Zahnärzte ohne Grenzen: Mongolei-Einsatz 2012 (Presseartikel aus dem Schwälmer Boten vom 05.08.2012)

05.08.2012

Zahnärzte ohne Grenzen: Mongolei-Einsatz 2012 (Presseartikel aus dem Schwälmer Boten vom 05.08.2012)

Post aus der Mongolei: Dr. Birgit de Taillez beschreibt erste Eindrücke

Unter schwierigsten Bedingungen arbeiten Dr. Birgit de Taillez (links) und Zahnarzthelferin Carina Bethe in dem provisorischen Behandlungszimmer. Foto: kk

Schwalm-Eder / Mongolei. Die Neukirchener Zahnärztin Dr. Birgit de Taillez und ihre Kollegin Carina Bethe sind nach drei Tagen Anreise wohlbehalten an ihrem Einsatzort angekommen. Für die Organisation �Zahnärzte ohne Grenzen� fühlen die beiden der mongolischen Landbevölkerung sprichwörtlich auf den Zahn.

In einer E-Mail beschreibt Dr. de Taillez die ersten Eindrücke:

�Heute war unser zweiter Behandlungstag. Unser Team besteht aus drei Zahnärzten, einer Helferin und einem Dolmetscher. Hier im Sum Galuut (so groß wie der Schwalm-Eder-Kreis) war noch nie ein Zahnarzt. So haben wir in diesen beiden Tagen 90 Patienten behandelt, 135 Zähne gezogen und 46 Füllungen gelegt und ein paar einfache Prothesen repariert. Unser Improvisationstalent ist immer gefragt, denn es fehlt an allen Ecken und Enden am gewohnten Instrumentarium. Unsere Patienten haben viele zerstörte Zähne. Oft kommen sie 100 Kilometer weit mit dem Motorrad gefahren oder mit acht Personen in nur einem Auto. Ganze Familien nehmen die beschwerliche Anreise in Kauf. Der Behandlungsbedarf ist sehr groß. Gegen Ende des Behandlungstages drängen immer noch Patienten gegen die Tür des Behandlungszimmers � richtiger Tumult entsteht. Wenn das so weitergeht, brauchen wir bald Polizeischutz. Uns blutet das Herz, wenn so viele Menschen unbehandelt bleiben. Die Mongolen kommen stets sauber und gewaschen, mit geputzten Zähnen, in ihren besten Anziehsachen zur Behandlung. Das zeugt von großer Hochachtung uns gegenüber.�

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