11.08.2012
Zahnärzte ohne Grenzen: Mongolei-Einsatz 2012 (Presseartikel aus dem Schwälmer Boten vom 11.08.2012)
Zahnärztin in der Mongolei nimmt Abschied von Galuut: Nächster Halt Erdenesogt

Mongolei. Zwei Wochen in der Mongolei sind vorüber, die letzte bricht für Zahnärztin Dr. Birgit de Taillez und ihre Kollegin Carina Bethe an. Ihre Zelte in Galuut haben die Beiden mittlerweile abgebrochen. Nächster Halt: Erdenesogt.
De Taillez schreibt am Sonntag, 5. August: �Gestern war Packtag. Flächendesinfektion und Handschuhe sind alle, kein Wunder bei sechs Behandlungstagen à zehn Stunden, 350 gezogenen Zähnen, 250 Füllungen und diversen Prothesenreperaturen. Zum Glück konnten wir in den letzten beiden Arbeitstagen die endlich aus Ulanbator eingetroffenen Extraktionszangen benutzen. Bis dahin mussten wir uns mit unserem eigenen Notinstrumentarium behelfen. Abends nach unserem letzten Arbeitstag fuhren wir mit dem Jeep zum Fluß, um Wäsche zu waschen und zu Baden � es war einfach wunderbar.
Yaks weideten grunzend in unserer Nähe, Jurten am Flußufer, ringsum Weiden soweit das Auge reicht, eingerahmt von Bergen und überspannt vom Himmel, Kamillenduft überall.
Zu Besuch in der Jurte fühlten wir uns wie bei Freunden. Wohlschmeckender, Yakyoghurt, Ayrag, Arul und Wodka, begleitet von Scherzchen und Danksprüchen machten die Runde. Warmherzig und freundlich sind die Mongolen auf dem Lande.
Nach einer verregneten Nacht � auch heute scheinen die Tropfen noch nicht weichen zu wollen � haben wir uns auf den Weg nach Erdenesogt gemacht.�
Viel Regen und kein Strom
Die nächste Nachricht ist vom Mittwoch, 8. August: �Kein Strom, seit zwei Tagen! Es ist aufgrund der vielen Regenfälle ein Strommast umgefallen. Reparaturen sind erst in ein paar Tagen möglich wenn der Fluss weniger Wasser führt.
Das Mobilfunknetz ist auch ausgefallen. Da das Telefon des Mongolen liebstes Hobby ist, wird dieser Mangel aber sicher in absehbarer Zeit behoben. Inzwischen fahren wir schnell ins Nachbartal, vielleicht ist dort der Empfang besser.
Notstromgenerator tuckert inzwischen tapfer vor sich hin, so er denn mit Benzin gefüttert wird. Hier in Erdenesogt konnten wir bisher nur halb soviele Patienten wie in Galuut behandeln. Aufgrund der Stromschwankungen müssen wir unsere Geräte ständig reparieren und müssen Einheiten und Sterilisator abwechselnd betreiben. Zum Glück sind hier die Zähne der Patienten nicht in absolut katastrophalem Zustand. Vor einem halben Jahr war sogar ein Zahnarzt hier.
Viele Grüße aus der Mongolei, ihre Dr. Birgit de Taillez.�