Pressemitteilung Schwälmer Bote vom 23.07.2013:
Dünne Luft und Karies � Einsatz am Himalaya: De Taillez berichtet vom Dach der Welt
Schwalm-Eder.
Das Telefon klingelt. Auf dem Display erscheint die Landesvorwahl +91 � Indien ruft an, besser gesagt, die Neukirchener Zahnärztin Dr. Birgit de Taillez. Für zwei Wochen sind sie und ihre Praxismitarbeiterin Petra Keller für die ehrenamtliche Hilfsorganisation �Kinder des Himalaya� in der nordindischen Provinz Ladakh in Schulen unterwegs � eine zahnärztliche Versorgung ist dort nämlich quasi nicht vorhanden. Die rund 6.500 Kilometer Entfernung von de Taillez zu ihrer deutschen Heimat merkt man deutlich an den langen Gesprächspausen während des Telefonierens. Etwa vier Sekunden dauert es, bis das gesprochene Wort das andere Ende der Leitung und damit auch die anderen Seite der Welt erreicht. Eine Internetverbindung ist nicht vorhanden. Nach einer rund 36-stündigen Reise sind die beiden Frauen am späten Sonntag an dem 2.500 Kilometer langen Bergmassiv angekommen. �Im Vorfeld hat man uns vor den körperlichen Herausforderungen gewarnt, die eine solche Höhe mit sich bringt. Jetzt spüren wir am eigenen Leib, wie sich 4.000 Meter über Normalnull anfühlen. Die Dauerkopfschmerzen belasten, der Körper hat seine Leistungsfähigkeit eingebüßt�, sagt de Taillez.
Karies hier, Karies da
Nach zwei Tagen Eingewöhnungszeit haben sie am Montag ihren Einsatzort erreicht: In einer deutschen Modellschule � errichtet von der Organisation �Kinder des Himalya� � sind die beiden momentan hauptsächlich damit beschäftigt, Milchzähne zu ziehen. �Karies hier und Karies da � der Zustand der Zähne ist stellenweise katastrophal�, berichtet de Taillez. Daher gehört es auch zur Aufgabe der Dentisten, den Kindern das richtige Zähneputzen beizubringen. Das soll auch in Zukunft zum Schulalltag gehören. Und auch wenn die Zahngesundheit de Taillez und ihren Kollegen den nackten Schauder über den Rücken jagt, sind sie von den Menschen begeistert. De Taillez: �Der Empfang war so unglaublich warm und herzlich. Alle 260 Schüler haben Spalier gestanden und uns Blumen überreicht � ein Orchester hat außerdem zur Begrüßung gespielt. Lobende Worte findet sie für die Organisation: �Die technische Ausstattung ist in einem guten Zustand. Wir bekommen viel Unterstützung.�
Wie das Abenteuer am Himalaya weitergeht? De Taillez hat versprochen, sich in den kommenden Tagen noch einmal zu melden.
(Quelle: Schwälmer Bote vom 23.07.2013)